August 2019 * Watzmannüberschreitung *

 

1. Tag
Unser Freizeitpädagoge Thomas Gratzl ist seit heute unterwegs mit Kindern und Jugendlichen aus dem Kinderdorf mit dem Fahrrad, um den Watzmann zu besteigen unterstützt durch Kollegen/innen aus dem Caritas Kinderdorf Irschenberg. Erste Etappe in die Schlierseer Berge: Irschenberg-Florihütte 25 km 650 hm 3,5 Stunden!

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Morgen kommt dann ein sehr harter Tag mit 86 km und 550 hm von der Florihütte zur Rabenmoosalm und laut Wetterbericht den ganzen Tag Regen 🙈
Aber wir schaffen das!!! Wir drücken die Daumen!

2. Tag
12 Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren und vier BetreuerInnen sind mit dem Fahrrad unterwegs von Irschenberg zum Watzmann, um diesen dann auch noch zu besteigen. Leider haben sie am zweiten Tag einen Teilnehmer auf dem Weg nach Bad Feilnbach wegen eines Sturzes verloren, zum Glück ist ihm nichts Schlimmeres passiert außer einigen Schürfwunden an Händen und Ellenbogen. Wir wünschen gute Besserung!

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Ansonsten ist ihnen der Wettergott aktuell noch sehr treu ... haben wohl alle gut aufgegessen! Weiterhin gute Fahrt.

 

3. Tag
Unsere Bergsteiger haben die Fahrräder geparkt, mit denen die tapfer von Irschenberg nach Berchtesgaden geradelt sind. Jetzt warten sie auf die Bergführer, die sie 1.300 Hm zur Watzmannhütte begleiten! Berg heil.

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4.Tag
Gestern haben im Rahmen unseres Alpinprojekts Watzmann 11 Jugendliche aus dem Kinderdorf gemeinsam mit Betreuern und Bergführern den Aufstieg zum Watzmannhaus absolviert. Heute sollte es weitergehen, doch das Wetter spielte nicht mit!

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Der Desaster-Liste können wir heute lediglich zwei mächtige Blasen hinzufügen, die wir aber professionell versorgen konnten. Ansonsten wurde aus der geplanten Besteigung des 3. Watzmannkindes heute leider nichts. Obwohl, dass wir nicht ganz oben waren, 100hm haben noch gefehlt, hat ja keiner gesehen ... und von uns hat auch keiner gesehen, ob wir nun eigentlich schon oben sind. Naja, wir werden es einfach unter Orientierungstour mit erschwerten Bedingungen und Ende im Schneefeld verbuchen! Demnach war auch die Stimmung bis jetzt nicht sooooo toll, aber ein Tag Lagerpause stand eh auf dem Programm.
Für morgen, den großen Tag ist uns der Wettergott bis jetzt noch wohl gesonnen und wir bekommen hoffentlich ordentliche Bedingungen für unsere Watzmann-Überschreitung!
Für heute hingegen steht nur noch eine Einweisung ins Klettersteiggehen, ein Kuchen und Abendessen auf der Hütte an. Mehr lässt das gerade durchziehende Gewitter aber beim besten Willen auch nicht zu!

 

5. Tag
Geschafft!

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Unsere 11 Jugendlichen aus dem Kinderdorf haben gemeinsam mit Betreuern und Bergführern tatsächlich die Überschreitung des Watzmann erfolgreich absolviert. Jetzt folgt der lange Abstieg zur Hütte. Wir sind stolz auf diese tolle Truppe und beglückwünschen die Teilnehmer/innen zu der grandiosen Leistung. Berg heil und kommt sicher runter zur Hütte.

 

6.Tag
Fotos und Bericht von Thomas Gratzl, Sozialpädagoge aus dem Caritas Kinderdorf Irschenberg nach dem erfolgreichen Abschluss der Überschreitung des Watzmanns: So, jetzt sind wir wieder in der Zivilisation, genauer gesagt in Traunstein in einem Gymnasium in der Aula, wo wir auch schlafen werden!

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Wie gesagt, es ist alles gut gelaufen und alle heil vom Watzmann wieder unten. Dieser „Höhepunkt“ war denke ich für jeden einzelnen etwas ganz besonderes, für jeden eine ganz persönliche Herausforderung mit ganz eigenen Dämonen, die es zu bändigen galt. Glücklicherweise war der gestrige Tag, der bislang einzige ohne Regen und damit ein absoluter Glückstreffer, denn bei ungewisser Wetterlage wäre die Überschreitung mit einer Gruppe in der Größe nicht möglich gewesen. Ich möchte mir die Enttäuschung nicht vorstellen, 180km mit dem Rad anzureisen, um dann unverrichteter Dinge wieder die selbe Strecke nach Hause zu fahren. Aber es ist ja alles gut gegangen. Die Etappe selbst ist nicht umsonst ein Klassiker unter den Berfexen. Sowohl landschaftlich, als auch technisch. Im ersten Teil geht es 700 hm vom Watzmannhaus erst flacher auf einem Steig, dann immer steiler werdend bis zum Hocheck, dem ersten Gipfel des Watzmannmassives. Schon hier gibt es tolle Tiefblicke. Am Hocheck beginnt der eigentliche Steig über die Mitterspitze bis zur Südspitze. Hier hat man normalerweise tolle Einblicke in die Ostwand bis auf den 1800 Meter tiefer liegenden Königsee auf der einen Seite und ins Wimmbachgries auf der anderen. Der Königsee blieb an diesem Tag leider in den Wolken verborgen, der Blick ins Wimbachgries auf der anderen Seite war aber meist frei und tief beeindruckend! Nach der Südspitze stand dann noch der Abstieg über erst felsiges dann schorfiges und zuletzt festes Steiggelände zur 1400hm tieferen Wimmbachgrieshütte bevor, bis wir diese nach 10:30 Std erreichten. Erschöpft, insbesondere an den Füßen gezeichnet, mittlerweile nicht mehr besonders wohl riechend aber zutiefst glücklich und zufrieden!