August 2019 * Berge und Seen für die Völkerverständigung *


Eine Wohngruppe aus dem Caritas Kinderdorf hatte eine Woche lang eine Kinderdorffamilie einer griechischen Partnereinrichtung in Irschenberg zu Gast, der sie Region und Leute näher brachte.
Im Vorfeld des Besuchs machten sich die Mädchen und Jungen im Kinderdorf Irschenberg intensiv Gedanken, was sie ihren Gästen aus Vergina, in der Nähe von Thessaloniki, wohl am besten zeigen sollten. Die Kinder und Jugendlichen aus „Haus Hildegard“ gingen dabei akribisch ans Werk. Sie wollten den fünf Besuchern zwischen 11 und 13 Jahren und deren Hausmutter ein abwechslungsreiches Programm bieten, damit diese einen guten Eindruck mit nach Hause nehmen. Heraus kamen Ausflüge ins Salzbergwerk Berchtesgaden und an den Königsee, der Besuch der Sommerrodelbahn in Oberaudorf und des Kletterwalds mit anschließendem Bad im Chiemsee, eine Wanderung zum Berggasthof Hockeck sowie ein Kulturtrip mit Stadtführung nach München. Dazwischen planten sie genügend gemeinsame Zeit für den Austausch im Kinderdorf ein. Denn sie wollten ja ihre Besucher kennenlernen, denen sie noch in diesen Sommerferien einen Gegenbesuch abstatten werden. Dazu organisierten die 5- bis 14-Jährigen aus dem Kinderdorf ein Lagerfeuer, eine Nachtwanderung und zum Abschied einen Grillabend auf dem Gelände des Kinderdorfs.

 

Besuch aus Griechenland


Am Tag vor dem Rückflug ging es noch einmal gemeinsam nach Ruhpolding auf die kinderdorfeigene Rabenmoos Alm. Dort ließ es sich die Vorsitzende des Fördervereins Caritas Kinderdorf Irschenberg e.V., Ilse Aigner, nicht nehmen, die Besucher zu begrüßen und gemeinsam mit ihnen den waldpädagogischen Erlebnisraum zu erkunden. Bei der Exkursion wurden der Präsidentin des Bayerischen Landtags und einem Mädchen aus Griechenland abwechselnd die Augen verbunden und man führte sich gegenseitig über Stock und Stein über den „Vertrauenspfad“. Vertrauen haben, sein Schicksal in die Hände eines anderen geben, wichtige Lektionen für die Kinder und Jugendlichen, die alle eines gemeinsam haben: Sie können aus verschiedenen Gründen nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen. Da kann es hilfreich sein, zu sehen, dass man nicht alleine ist, sondern sich auch andere in einer ähnlichen Situation befinden.

Ilse Aigner auf der Rabenmoosalm mit unserem Besuch aus Griechenland


Der Länderaustausch wird im Rahmen eines Sonderprogramms des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und vom Förderverein Caritas Kinderdorf Irschenberg bezuschusst. Ziel des Vorhabens ist es, die Begegnung von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Nationen zu fördern. Dabei sollen sie sich die Kultur, das Land und die jeweilige Umgebung gegenseitig näher bringen und kennenlernen, um so ein besseres Verständnis für sein Gegenüber zu entwickeln. Der nachhaltige Grundstein hierfür wurde beim Besuch der griechischen Gäste in Irschenberg gelegt. Nun freuen sich 10 Kinder aus dem Caritas Kinderdorf mit ihren Betreuerinnen die neuen Freunde Ende August in Griechenland besuchen zu dürfen.



Fotos: Gabriele Dorby, Pressesprecherin, Leiterin Abgeordneten- und Stimmkreisbüro und Maria Koch, Erzieherin im Caritas Kinderdorf Irschenberg
Text: F. Lintz, bfl-relations