August 2019 * Nachrichten aus Griechenland *

 

 Unsere Erzieherin Maria Koch ist mit ihrer Kinderdorffamilie „Haus Hildegard“ und den anderen BetreuerInnen wieder vom Auslandsaustausch zurück. Hier ihr dritter Bericht mit Fotos vom Besuch einer griechischen Kinderdorffamilie:
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Zum Abschied in Vergina hatten die Kinder die Möglichkeit, sich gegenseitig nette Dinge und Wünsche zu sagen. Immer ein Kind ging mit verbundenen Augen durch die sich gegenüber stehenden Kinder und es wurde entweder umarmt oder etwas Nettes ins Ohr geflüstert. Kinder können echt nett und richtig lieb sein 🙂
Kurz darauf bebte mein Auto mit schreiend-jubelnde Kindern, als sie zum 1. Mal in ihrem Leben das offene Meer sahen. Auf dem Parkplatz vorm Hotel mit Meeresblick angekommen feierten alle Kinder zusammen ein kleines Fest, sodass es sogar ein wenig Überzeugungskunst bedarf, erstmal die Zimmer zu beziehen, um dann direkt zum Strand gehen zu können. So fesselnd war der Anblick des Meeres.
Die meisten der 10 Kinder konnten kurz darauf das 1. Mal im Meer schwimmen. Wichtigstes Utensil: Taucherbrille und Schnorchel. Viele kleine und etwas größere Fische wurden gesehen, selbst in Strandnähe. Noch zusammenhängende Muscheln wurden aus etwas tieferen Wasser ertaucht und eine der Quallen hat sich in Strandnähe von allen Kindern begutachten lassen. Eine größere Qualle und Oktupusse wurden auch in den Tiefen des Meeres entdeckt.
Auf dem Steinstrand gab es zum Glück viel Schatten, sodass wir täglich direkt nach dem Frühstück bis zum späten Nachmittag dort blieben. Dann kehrte Ruhe ein: die jüngeren schliefen, alle beschäftigten sich ruhig im Zimmer. Denn die Abende wurden lang, als am Freitag die griechischen Kinder, die bereits bei uns in Irschenberg zu Besuch waren, dazu kamen.
Abends wurde gegrillt, gespielt oder ins nächste Dorf gegangen um die Touristenstände und das 'Nachtleben' mitzubekommen. Das Taschengeld wurde stolz für Souvenirs und Kleidung ausgegeben. Lagerfeuer am Steinstrand mit Pizza für alle war auch ein Highlight.

 

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Die Stimmung war tatsächlich durchgehend sehr gut.
Am Montag konnten die Kinder, die wollten, die Burg in der Nähe anschauen, während die Rucksäcke gepackt wurden. Ein letztes Mal ging es zum Strand, ein letztes gemeinsam Mittagessen und los gings zum Flughafen.

 

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Der Rückflug verlief à la 'Pleiten, Pech und Pannen':
Mietwägen wurden zum Glück problemlos überreicht, trotz Verspätung wegen Stau.
Im Flughafen war die Dame am Gepäckaufgabeschalter etwas überfordert mit uns 13.
Vor dem Sicherheitscheck mussten wir uns von den Griechen verabschieden. Viele Tränen flossen auf beiden Seiten. Der Wunsch ist sehr groß, sich bald wieder zu sehen!
Am Gate angekommen drehten die einen Kinder völlig auf, andere wurden emotional und waren sehr müde, andere hatten Hunger und die Großen wollten shoppen. Abflug war statt 20.20 Uhr dann erst um 22 Uhr, was das Ganze nicht besser machte. Als das Gate schließlich öffnete, musste ich feststellen, dass für ein Kind der Boardingpass fehlte, dafür hatte ein anderes Kind 2. Das Personal beruhigte mich. "Don't worry!" ....ahja....
Wir stiegen mit 10 Kindern als allerletztes ein. "Boarding completed". Es ging los, der Flug verlief ohne Probleme. Kurz vor München die ersten Turbulenzen. Ok. Kommt vor. Die Landung war auch ganz ok, Kinder schliefen fast den ganzen Flug über. In München angekommen mit entsprechend Verspätung (23 Uhr statt 21.30 Uhr) und wir stellten fest: es regnet.
Der Kapitäns ergänzt: es gewittert. Und zwar so stark, dass wir gute 30 Minuten warten mussten, bis wir mit schlafenden Kindern auf dem Arm im strömenden Regen das Flugzeug verlassen konnten.
Gepäckausgabe. Unsere Abholer waren schon längst da. Die großen Mädls wurden mit den immer noch schlafenden Kindern bestückt und alle 10 verließen den Gepäckausgabebereich, um Ruhe zu haben und schonmal erzählen zu können. Wir blieben zu Dritt, um das Gepäck nach 1 weiteren Stunde warten in Empfang nehmen zu können. Das Gewitter hat alles lahm gelegt. Beinahe hätten wir auch noch eine Runde "lost & found" machen müssen, dabei hatten wir bereits alles da, wir waren nur nicht mehr in der Lage richtig zu zählen 🙂
Um kurz vor 2 Uhr war der 2. Bus dann auch in Irschenberg.
Kalinichta! Gute Nacht.
So bleibt nicht nur diese einmalig tolle Erfahrung in Erinnerung, sondern auch der Rückflug 🙂
Die Kinder und auch die Erwachsenen haben die Zeit genießen können. Es war und ist ein absolutes Privileg, eine solche Ferienfreizeit erleben zu dürfen. Die entstandenen Freundschaften sprechen für sich. Besser hätte ein solcher Austausch unter Kindern meiner Meinung nach nicht laufen können, verraten mir die strahlenden Kinderaugen und die Aussage des jüngsten Kindes am vorletzten Abend beim Lagerfeuer am Strand: "Maria, weißt du was? Immer wenn wir mit den griechischen Kindern zusammen sind, ist das wie eine große Familie!"
VIELEN DANK AN ALLE, DIE DIES ERMÖGLICHT HABEN!!!!
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