August 2020 * Kinderdorfgottesdienst in Zeiten von Corona *

Nachdem schon zwei Gottesdienste im Kinderdorf in Irschenberg der Corona Pandemie zum Opfer gefallen sind, hat man sich dort eine Form der Andacht überlegt, die den allgemeinen Abstandsund Hygieneregeln und im Besonderem den getroffenen Sicherheitsmaßnahmen der Caritas Einrichtung gerecht werden.

Die 12 Kinderdorf-Gruppen sind seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie in sechs Sektoren-Gemeinschaften eingeteilt, die untereinander keinen Kontakt haben dürfen. Seit März ist so jeweils ein Doppelhaus eine Insel für sich, auf der die Kinder, Jugendlichen und Mitarbeitenden unter sich bleiben. Die Dorfleitung will so im Falle einer Infektion eine schnelle Ausbreitung des Virus verhindern. Die Situation ist für die Kinder schmerzhaft, da sie nur telefonisch und elektronisch Kontakt mit ihren Freunden im Kinderdorf haben können. Kinder und Jugendliche leiden Studien zufolge mehr unter den Lebens- und Kontaktbeschränkungen als Erwachsene, denen es beispielsweise leichter fällt, alleine zu sein. Laut Sozialforschern an den Universitäten in Hildesheim und Frankfurt am Main erleben Jugendliche die soziale Distanz als besonders einschneidend und fühlen sich in einer wichtigen Phase Ihrer Persönlichkeitsentwicklung um wichtige Jahre betrogen. Auch deshalb hatte das Kinderdorf Gottesdienst Team zusammen mit dem Jugendseelsorger des Dekanats Miesbach, Markus Holler eine Andacht vorbereitet, die thematisch die aktuelle Lage aufgreifen und den Kinderdorfgruppen moralische Stärke vermitteln sollte.


Kinderdorf Gottesdienst in Zeiten von Corona
Jugendseelsorger Markus Holler, Musiktherapeutin Erika Schultes, Dorfleiter Wolfgang Hodbod mit zwei jugendlichen
Kreuz- und Lichtträgern sowie einer Schirmträgerin aus dem Kinderdorf.


Der Jugendseelsorger zog zusammen mit zwei Musizierenden, einem Kreuz- und einem Lichtträger durch das Kinderdorfgelände. In jedem der sechs Sektoren wurde gemeinsam gebetet und gesungen und es wurden gedankliche Impulse überbracht, wie man besser mit der Situation umgehen kann.

Text: Florian Lintz, bfl-relations