Geschichte des Fördervereins

Sr. Agnes und Gründer Franz Sales Müller

Wie kam es zur Gründung des Fördervereins?

Ende der 1960er Jahre stand die Heimerziehung vor einem starken Umbruch. Die Studentenunruhen der 68er gipfelten in der sogenannten Heimkampagne mit dem Slogan: „Die schlimmste Familie ist immer noch besser als das beste Heim“. Aus heutiger Sicht muss man wohl sagen, dass zum Teil schlimme tung. Zustände in den Einrichtungen herrschten, aber ebenso gehört zur Wahrheit, dass die damaligen Einrichtungen für den überwiegenden Teil seiner Bewohner erst die Grundlage für ein gelingendes Leben ermöglichten.

Caritasdirektor Prälat Franz Sales Müller wollte damals ein Zeichen setzen. Seine Vision war es, eine neue Heimstatt für Kinder und Jugendliche zu schaffen, die beispielhaft für eine „neue Heimerziehung“ sein sollte. Ein katholisches Kinderdorf für Oberbayern sollte gebaut werden.

Prälat Müller war mit der Familie des damaligen Ministerpräsidenten Alfons Goppel gut bekannt und fand in der „First Lady“ Gertrud Goppel eine wichtige Mitstreiterin für die Idee, ein neues Kinderdorf zu bauen. Franz Sales Müller und Gertrud Goppel scharrten eine kleine Gruppe Engagierter um sich und gründeten am 10. April 1970 den Förderverein Caritas Kinderdorf Irschenberg e. V. Bruno Merk, der damalige Innenminister, übernahm 1970 den Vereinsvorsitz und Frau Goppel die Funktion der Schirmherrin.

27.02.1972: Prälat Franz Sales Müller Gründervater des Kinderdorfes begrüßt Sr. Agnes und die ankommenden Kinder aus Starkheim in Irschenberg. Foto: Caritas Kinderdorf Irschenberg

 

Wurzel in Starkheim

Die Wurzeln des heutigen Caritas Kinderdorfs sind 1948 beim Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) zu finden, der die „Schwestern der heiligen Familie“ mit dem Aufbau und der Leitung des Kinderheims Starkheim bei Mühldorf beauftragte. Die Schwestern lebten schon damals mit den Kindern in familienähnlichen Gruppen - ein für die Zeit neuer pädagogischer Ansatz. Es kam in den folgenden Jahren zu einem regen fachlichen Austausch mit dem Münchner Reformpädagogen Andreas Mehringer (Münchner Waisenhaus) und Hermann Gmeiner, Gründer der SOS Kinderdörfer.

1972 zogen die Familiengruppe aus Mühldorf in das neu gebaute Caritas Kinderdorf in Irschenberg um.


Das Kinderdorf 1972

Der Vereinszweck

„Der Verein hat den Zweck, das vom Caritasverband der Erzdiözese München und Freising in Irschenberg unterhaltene Kinderdorf ideell und finanziell zu unterstützen.“

Ohne die großzügige Unterstützung des Fördervereins wären viele der Projekte, die in diesem Heft beispielhaft beschrieben werden und den Kindern und Jugendlichen zugutekommen und deren Entwicklungschancen verbessern, gar nicht möglich.

Zahlreiche fördernde Mitglieder und eine Vielzahl von regelmäßigen Spendern unterstützen das Kinderdorf nachhaltig. Über die satzungsgemäße Mittelverwendung entscheidet die jährliche Mitgliederversammlung. Neben der rein finanziellen Hilfe ist die ideelle Unterstützung aber ebenso wichtig. Ein guter Ratschlag oder das Zurverfügungstellen von hilfreichen Netzwerken der Fördermitglieder ist für die Arbeit der Einrichtung von Bedeutung.

Für das Kinderdorf in Oberbayern ist es der Dorfleitung besonders wichtig, dass es in der Bevölkerung gut verankert ist. Vereinen, Organisationen, Pfarreien und Firmen sowie
Kommunen aus der Region unterstützen den Förderverein und damit die segensreiche Arbeit der Jugendhilfeeinrichtung.

Das Kinderdorf 1972 (Foto: Caritas Kinderdorf Irschenberg)

 

 

 

Die Vorsitzenden


1975 nach dem Ausscheiden von Bruno Merk aus dem Vorstand des Fördervereins folgten:

Dr. Fritz Pirkl, Bayrischer Sozialminister, 1975 bis 1988

Alois Glück, Vorsitzender der CSU Landtagsfraktion, Präsident des Bayrischen Landtages, 1988 bis 2009

Ilse Aigner Bundesministerin für Ernährung und Land- wirtschaft, Bayrische Wirtschaftsministerin, Präsidentin des Bayrischen Landtags, 2009 bis heute


Die Schatzmeister


Dr. Walter Unglaub, Direktor Hypobank München, 1970 bis 1996

Adolf Dinglreiter, Mitglied des Bayrischen Landtags, 1997 bis 2013

Felix Stahl, Verwaltungsbeamter, Ehemaliger Haus 2, 2013 bis heute


Die Geschäftsführer


Dr. Gebhard Seelos
, 1970 bis 1974

Dr. Konrad Stangl, General der Luftwaffe, 1974 bis 1981

Heinrich Jany, General des Bundesgrenzschutzes, 1981 bis 1994

Wolfgang Hodbod, Dorfleiter, 1995 bis heute

Der Vorstand, der sich aus Persönlichkeiten ausPolitik,Wirtschaft, Kirche sowie der Caritas zusammensetzt, leitet die Geschicke des Vereins. In den letzten Jahren wurden auch vermehrt ehemalige Kinderdorfbewohner angesprochen, im Förderverein und im Vorstand mitzuarbeiten. Der aktuelle Schatzmeister Felix Stahl wuchs im Kinderdorf auf.

Nach dem altersbedingten Rückzug der Schwestern von der Heiligen Familie im Jahr 2006 in das Mutterhaus nach München ist es eine gute und schöne Tradition, dass eine Schwester im Vorstand tätig ist und ihre lang- jährige praktische Erfahrung mit einbringt. Im Sinne einer guten Zusammenarbeit mit dem Träger des Kinderdorfs bzw. des Fachverbands auf Landesebene, hat es sich auch bewährt, dass die beiden Direktoren des Diözesancaritas- und Landescaritasverbands im Förderverein aktiv mitarbeiten.