Der Caritasverband als Träger- und Spitzenverband der katholischen Kirche in der Erzdiözese München und Freising ist der größte soziale Arbeitgeber in Oberbayern. Mehr als 8.900 Beschäftigte arbeiten in über 350 Einrichtungen. Das 1972 gegründete Caritas Kinderdorf Irschenberg mit seinen derzeit 128 Mitarbeitern ist eine davon.

Im oberbayerischen Irschenberg, 40 km südlich von München beherbergen wir zur Zeit rund 100 Kinder und Jugendliche, die nicht in Ihren Herkunftsfamilien aufwachsen können. Die Mädchen und Buben wurden uns von den Jugendämtern anvertraut, da sich ihre Eltern nicht ausreichend um deren Wohl und Erziehung kümmern können. Unser Kinderdorf mit integrativer Kindertagesstätte, sozialpädagogischem Förderzentrum und heilpädagogischen Tagesstätte stellt alle notwendigen Hilfen zur Förderung und Erziehung der betroffenen Kinder zur Verfügung. Neben den stationären Wohngruppen, die das Dorfgefüge mit mehreren Häusern bilden, bieten unsere Fachkräfte in den Regionalbüros vielfältige, ambulante Hilfsprogramme für Kinder und Jugendliche und Familien überwiegend in den Landkreisen Miesbach, Rosenheim und Bad Tölz.

 

 

Fachtag "Hilfen zur Erziehung" am 19.10.2022 - Die Workshops

 

WS_1 - Die Situation der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen

Die Unterbringung eines Kindes im Heim ist immer ein großer und bedeutsamer Einschnitt in den Alltag der Familien. Oftmals herrschen auch noch Klischees und Bilder einer sehr kalten und unpersönlichen Erziehung vor. Was bedeutet es für Kinder im Heim zu leben und was wünschen sich die Kinder von den Erzieherinnen, die hier arbeiten?

#weg von zu Hause #Leben in zwei Welten #wer kümmert sich um mich

mit Stefanie Wagner und Maria Bauer, Erzieherinnen im Gruppendienst

 

WS_2 -  Erlebnispädagogik

Der Einsatz von erlebnispädagogischen Aspekten ist in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen selbstverständlich geworden. Oftmals werden mit diesem Begriff Events verbunden, die abseits der Lebenswelt stehen und über deren Wirkung durchaus diskutiert wird. Sie erfahren in diesem Workshop etwas über den Einsatz von erlebnispädagogischen Elementen in unserer Arbeit.

#Zugspitze by fair means #Möglichkeiten der EP im Alltag #EP ist cool

mit Matthias Grundei, Sozialpädagoge im Gruppendienst und Erlebnispädagoge, N.N.

 

WS_3 - Elternarbeit

Die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen haben i.d.R. alle Kontakt zu den eigenen Eltern und Angehörigen, oftmals leben sie auch in zwei Welten. Wir beschäftigen uns in mit der wichtigen Bedeutung und unseren Möglichkeiten in der Zusammenarbeit mit den Eltern und Angehörigen unserer Kinder und Jugendlichen.

#Bindung zum Elternhaus #gemeinsame Verantwortung #Konkurrenz

mit Steffen Köhnlein, Psychologe und Hausleitung, N.N.

 

WS_4 - Die neue Autorität „live"

Wir orientieren uns in unserer Erziehungsarbeit nach den Ansätzen von Haim Omer, ein israelischer Psychologe und Autor. Als Antwort auf Autoritätsprobleme in der heutigen Erziehung entwickelte er ein Konzept elterlicher Autorität durch Beziehung und ohne Gewalt.

Der Workshop gibt Ihnen einen interessanten Einblick, in die neue Autorität und wie wir diese Ideen in unserer Arbeit nutzen. Möglicherweise regt der Workshop auch ein Stück weit zum Umdenken im eigenen pädagogischen Handeln an.

#Stärke statt Macht #wachsame Sorge #Präsenz und Selbstkontrolle

mit Michaela Anders, Sozialpädagogin im Gruppendienst und Daniela Eisenreich, Sozialpädagogin und Gruppenleitung

 

WS_5 - Was haben die Kinder, die bei uns leben, erlebt und wie gehen wir damit um?

Die uns anvertrauten Kindern haben in manchen instabilen Familienverhältnissen Erlebnisse und Erfahrungen gemacht, die Ihnen durchaus in ihrer weiteren Entwicklung hinderlich sein könnten. Wie beschäftigen uns in diesem Workshop mit den Möglichkeiten zur Unterstützung im Alltag und in der speziellen Förderung, schauen aber auch auf die Grenzen unserer Möglichkeiten.

#therapeutische Arbeit #Entwicklungsverzögerungen #Heilpädagogik

mit Michael Bichler, Sozialpädagoge im Gruppendienst und Alexander Horzella, psychologischer Fachdienst im Kinderdorf.

 

WS_6 - Wer nachfragt, der gewinnt!

Wir haben vergangenen Herbst unsere Kinder und Jugendlichen ausführlich über ihr Leben im Kinderdorf befragt. Wir möchten, dass die hier lebenden Kinder und Jugendliche sich wohl und sicher fühlen und sich gut entwickeln können. Durch die Umfrage haben wir einen noch besseren Einblick bekommen, wie es den Kindern und Jugendlichen bei uns geht und was wir in Zukunft verändern oder beibehalten sollten. Wir stellen Ihnen das Vorgehen und die Ergebnisse unserer Umfrage vor.

#Gestaltung der Umfrage #Arbeit mit den Ergebnissen #Nutzen für die Kinder

 mit Alina Brummer, psychologischer Fachdienst im Kinderdorf

 

WS_7 - Unser Präventionskonzept

Wir haben 2009 begonnen, als eine der ersten Einrichtungen in der Kinder- und Jugendhilfe ein Konzept zur Prävention von sexueller Gewalt im Kinderdorf zu erstellen, mit dem wir seitdem gut und auch erfolgreich arbeiten. Wir stellen Ihnen im Workshop unser Konzept vor, dessen Inhalte übertragbar und auch für andere Einrichtungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hilfreich sind.

#Grenzen achten #Schutz der Kinder #Regelungen im Alltag

mit Veronika Wörndl, Sozialpädagogin und Leitung der Heilpädagogischen Tagesstätte sowie der Fachstelle Kinderschutz im Kinderdorf

 

WS_8 - Bindung und Bindungsverhalten von Kindern

Beziehungen und Bindungen sind eine wesentliche Grundlage für die pädagogische Arbeit. „Erziehung geht nicht ohne Beziehung!" heißt es. Wie können wir hier ansetzen und wie können wir möglicherweise auch „gestörte" Bindungen ein Stück weit heilen?

#Entstehung von Bindung #Bindungsstörung #professionelle Bindung

mit Sue Kellinghaus, psychologischer Fachdienst im Kinderdorf

 

WS_9 - Partizipation und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

„Kinder und Jugendliche in Jugendhilfemaßnahmen sind entsprechend ihres Alters und Entwicklungsstandes an den sie betreffenden Entscheidungen zu beteiligen"! Wir stellen Ihnen unsere Konzept zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen und die Arbeit unseres Kinder- und Jugendparlaments vor.

#Mitreden #Mitdenken # Mitentscheiden

 mit Thomas Gratzl, Fachdienst für Freizeit- und Erlebnispädagogik im Kinderdorf und Hannah Spessa, pädagogischer Fachdienst im Kinderdorf, evtl. Mitglieder unseres Kinder- und Jugendparlaments

 

WS_10 - Jugendamt und Hilfeplanung

Die Entscheidung über die Fremdunterbringung der Kinder wird i.d.R. durch das Jugendamt getroffen. Somit tragen die Jugendämter eine wesentliche Verantwortung im Hilfeprozess. Ein gute Zusammenarbeit in diesem „Dreiecksverhältnis": Kind/Familie — Kinderdorf — Jugendamt ist wesentliche Grundlage für eine gelingende Hilfe. Sie bekommen in diesem Workshop einen Einblick, wie wir die Hilfeplanung für die Kinder und die Zusammenarbeit mit den Jugendämtern gestalten.

#Hilfeplangespräch #Kontrolle und Unterstützung #gemeinsame Erziehung

 mit Annette Ehnes, Heilpädagogin und Bereichsleitung im Kinderdorf.